Be Social Kolumne

Let’s be social together, not a-social!

be social together

Social Media und die digitale Sphäre sind schon was Feines, wenn man dadurch auf neue Ideen, aktuelles Wissen und nette Leute kommt. Es gibt allerdings auch ein paar Spielverderber, die aus den “social” Media “a-social” Media machen. Ich rede hier nicht von Trollen, die mutwillig stören, sondern von ganz normalen Personen, die anderen durch ihr Verhalten das Leben im Netz madig machen.

Für mich teilen sich diese Menschen in drei Kategorien auf: die brutalen Verkäufer, die Unsozialen und die Besserwisser.

 

Die brutalen Verkäufer

Da bekomme ich doch tatsächlich ein automatisiertes E-Mail von einer Online Marketing-Beraterin, das mit den Worten beginnt: “Das wars! Ich hab dir jetzt in drei Mails die Möglichkeit gegeben, mein unfassbares Angebot zum Wert von 9,- Euro zu kaufen und du hast es noch immer nicht gekauft. Mir reicht’s!” Ja, Wiederschauen, mir reicht’s auch! Für wie blöd will sie mich denn verkaufen? Was ist denn das für eine unhöfliche Sprache? Das Produkt war übrigens ein simpler Leitfaden für einen Elevator Pitch. Abgesehen davon, dass ich als PR-Beraterin auch selbst weiß, wie man so einen Text verfasst, bin ich mir sicher, dass ich mir diese Informationen auch kostenlos googeln könnte.

Digitale Produkte finde ich ja an sich super, wenn sie mir etwas bieten, was ich nicht auch durch eine Google-Suche finden könnte. Wozu sollte ich sonst Geld ausgeben? Blogartikel, die mir sagen “Wie du deine perfekte xy-Seite aufbaust”, aber dann gar nicht auf die Thematik eingehen, sondern mir gleich ein Webinar um 397,- Euro verkaufen wollen, finde ich ganz schrecklich. Anleitungen zum Thema findet man reichlich im Netz, da braucht man keine 397,- Euro ausgeben um zu erfahren, wie man eine einzige Seite aufbauen soll! Ist das ein faires Geschäft?

Überhaupt wimmelt es so von – vermeintlichen – Online-Marketing-Experten da draußen, die dir versprechen, wie du mit ihrem Geheimtrick, den sie dir in ihrem Webinar um 2.545,- Euro verraten, ganz schnell ganz viele Kunden gewinnst. Bitte glaub nicht alles, was dir im Web versprochen wird! Bitte denk selbst darüber nach, wie deine Art auf mögliche Kunden im Web zuzugehen, ankommt.

Vor kurzem hab ich zum Beispiel den Newsletter einer Expertin für Präsentationstechniken bekommen. Darin ein Link zu einem Video, das man sich unbedingt anschauen muss, weil es eine sehr wichtige Information enthalte und nur ganz kurz verfügbar sein werde. Normalerweise lösch ich eine solche Mail gleich, aber ich war dann doch neugierig, mit welchem Trick sie mich ködern will. In den ganzen 22 Minuten gab es nicht eine stichhaltige Information, sondern immer nur Aussagen wie “gleich verrate ich dir mein ganz geheimes Geheimnis”, um dann am Ende einen Online-Kurs zum Preis von 2.789,- Euro zu bestellen. Hallo? Ganz ehrlich, liebe Präsentation-Expertin: Du hast mir 22 Minuten meiner Zeit  gestohlen für nichts und jetzt soll ich einen Kurs kaufen, wo ich nicht einmal weiß, ob du darin klar werden wirst? Sicher nicht: Newsletter abbestellt und entfolgt!

Versteht mich nicht falsch: Seriöses Online Marketing ist gut und richtig und es gibt da auch jede Menge Überschneidungen zu meiner Arbeit in der Online Kommunikation. Aber veralbern lassen durch unseriöse Techniken müssen wir uns nicht.

 

Die Unsozialen

Das Social Web lebt davon, dass wir uns nicht selbst auf ein Podest heben, sondern auch andere unterstützen. Ohne jetzt berechnend zu sein, aber wer andere unterstützt, dem wird auch geholfen. Es ist so wichtig, Content von anderen zu teilen oder anders damit zu interagieren. Wer da nur mit Neid und Missgunst auf seine Mitbewerber schaut und ihnen nichts gönnt, dem sei auch nichts gegönnt – finde ich jedenfalls.

Das heißt: Teile auch die Beiträge deiner Konkurrenz, wenn sie deine Aussagen unterstützen, like sie, bietet euch gegenseitig Unterstützung in Form von Gastartikeln oder Interviews an, was auch immer. Konsumiert nicht nur einseitig, sondern gebt auch selbst großzügig her.

Wenn ich deine Beiträge auf Facebook und Twitter teile, teile doch auch mal einen Beitrag von mir! Zeig mir deine Wertschätzung und folge mir zurück!

Wenn ich dir einen Gastartikel anbiete, dann gib mir doch auch irgendeine Art der Unterstützung zurück. Wenn du noch nie auch nur einen Beitrag von mir geteilt hast, warum soll ich dir dann meine Plattform zur Verfügung stellen?

Wenn ich dir die Möglichkeit gebe, dein Business kostenlos auf meiner Seite kurz darzustellen, verlange nicht auch von mir, dass ich diese und jene Zusatzinformation und diesen und jenen Standort ergänze. Wie wäre es, wenn du mir auch etwas zurückgibst, sei es über eine eigene Erwähnung auf deinen Kanälen oder offline in deinem Business?

Ich spreche hier von ganz konkreten Fällen, die mir schon auf meinem anderen Blog prspionin.at widerfahren sind. Ich bin ja an sich sehr großzügig und teile gerne oder räume anderen die Möglichkeit ein, auf meinem Blog vorzukommen. Natürlich verlange ich da keine Gegenleistung! Aber wenn stattdessen Aufforderungen kommen, was ich noch alles dazu schreiben soll anstatt der Message, “was kann ich vielleicht auch für dich machen?”, dann finde ich das a-sozial, sorry!

 

Die Besserwisser

In die Kategorie Besserwisser fallen für mich jene Experten, die anderen vorschreiben wollen, was sie zu tun oder zu sagen haben. Das ist auch sehr ungut, wenn sich manche im Netz über andere erheben. In meiner Filterblase sind es die Content-Marketing-Experten, die verzweifelt schreien, dass es einfach schon zuviel Content, sprich Inhalte im Web, gibt und demnach muss jeder, der noch was veröffentlicht, sich einen Haxen ausreißen, um überhaupt noch eine Daseinsberechtigung zu haben.

Ein Beispiel: Vor kurzem hab ich einen Rant einer Content-Marketing-Expertin gelesen. Sie schrieb, dass ihre Kollegen nichts Neues zur Diskussion und keine Lösungen beitragen. Ich finde, da wird von einem hohen Ross aus verurteilt: Es hängt doch immer davon ab, wer für wen schreibt. Nicht jeder möchte sich in den Content-Marketing-Olymp schreiben!

In diese Kategorie fallen auch die alten Hasen unter den Bloggern, die den Neustartern einreden wollen, dass sie gar keinen Blog mehr zu schreiben brauchen. So toll wie früher, wo kein Blogger je des Geldes wegen gebloggt hat, werde es niemals wieder werden. Die neuen Blogger hätten ja keine Ahnung vom Bloggen und verkäuften nur ihre Seele für das Geschäft. Ich kann es nicht mehr hören!

Bitte: Wenn du deinen eigenen Blog haben willst, lass dir von solchen Besserwissern dein Projekt nicht madig machen. Vergiss nicht: Du schreibst mit deinem speziellen Filter der sich aus deiner Sichtweise, deiner Herangehensweise und deinen Erfahrungen zusammensetzt für deine ganz konkrete Zielgruppe. Und wenn das der hunderttausendste Artikel zum Thema Hundehaltung ist – es ist dein Text!

 

Das war mal ein kleiner Rant, das war bitter nötig!

Hast du auch schon Erfahrungen gesammelt mit diesen drei Typen? Oder kennst du eine weitere Kategorie von digitalen Spielverderbern? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen.

 

 

Foto: Unsplash.com

 

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2 Comments

  • Reply
    Verena Bender
    6. Februar 2018 at 17:43

    Liebe Sylvia,
    ein toller Text und gut, dass du diese Themen mal zur Sprache bringst.
    Es gibt so einige Abzocker da draußen… das “Schlimme” ist, dass die Menschen die WIRKLICH etwas drauf haben, oft viel zu zurückhaltend damit sind, ihr Wissen im Netz gegen Geld anzubieten…
    Viele Grüße
    Verena

  • Reply
    Sylvia
    6. Februar 2018 at 17:52

    Vielen Dank, Verena!

    Ja, das scheint mir auch so! Da gibt es sicher so einige echte Experten, die all ihr Wissen kostenlos preisgeben im Gegensatz zu anderen Typen, die vermeintliche Erfolgsrezepte zu Geld machen wollen. Schade für die, die darauf reinfallen und sehr viel Geld dafür ausgeben.

    Liebe Grüße, Sylvia

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